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iPhone in einer Hand zeigt App-Icons mehrerer Finanz-Apps auf einem hellen Schreibtisch
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App-Tipps

Haushaltsbuch-Apps im Vergleich 2026: für iPhone-Nutzer in Deutschland

SJ
Sascha Jonas
13.5.2026 · 12 Min Lesezeit

Eine Bango-Studie aus 2024 hat 5.000 Abonnenten in Europa befragt. Im Schnitt zahlt ein deutscher Haushalt 57 Euro pro Monat für 3,3 laufende Abos (Streaming, Software, Apps). Aufs Jahr gerechnet sind das 684 Euro. 27 Prozent der Abonnenten zahlen laut Bango sogar für Dienste, die sie aktuell gar nicht mehr nutzen, und sind die Gruppe, die am ehesten den Überblick über ihre Ausgaben verloren hat.

Gleichzeitig führt nur etwa jeder Dritte in Deutschland überhaupt ein Haushaltsbuch (repräsentative Umfrage von EARSandEYES, 2020). Die Gründe sind banal: zu viel Aufwand, zu wenig Disziplin, falsche App ausgewählt und nach drei Wochen aufgegeben.

Ich habe in den letzten Monaten fünf der bekanntesten Haushaltsbuch- und Finanz-Apps auf dem iPhone parallel benutzt: Finanzguru, YNAB, Monefy, Outbank und mein eigenes Produkt wimm.cash. Plus die klassische Excel-Tabelle als Vergleichsmaß, weil sie immer noch der häufigste Einstiegspunkt ist. Hier sind die ehrlichen Beobachtungen, jeder App-Test mit einem konkreten Anwendungsfall beschrieben.

Hinweis: wimm.cash ist mein Produkt. Ich versuche im Vergleich fair zu sein, aber lies den Test mit dem Wissen, dass ich Schreibender und zugleich Produkt-Verantwortlicher bin. Die ehrlichen Schwächen meiner App stehen mit drin.

Erst die Frage: welcher Anwendertyp bist du?

Die beste App hängt davon ab, wofür du sie nutzen willst. Vier typische Profile decken die meisten Fälle ab.

Typ 1: Belege im Mittelpunkt (Bons, Quittungen, Steuer)

Du hast Werbungskosten, willst Belege rechtssicher digitalisieren und am Jahresende den Pauschbetrag knacken. Der Foto-Ablauf steht im Mittelpunkt, Bank-Anbindung interessiert dich kaum.

Typ 2: Konto im Mittelpunkt (Überblick über den Geldfluss)

Du willst sehen, wohin dein Geld geht, ohne jeden Beleg einzeln zu erfassen. Die Bank-Anbindung über die europäische Banken-Schnittstelle (genannt PSD2) ist Pflicht. Die App liest deine Umsätze und ordnet sie automatisch Kategorien zu.

Typ 3: Budget-Methode (Vorab-Planung)

Du planst Ausgaben vorausschauend: "Diesen Monat darf ich für X 200 Euro ausgeben". Du brauchst eine App, die Budgets pro Kategorie verwaltet und dich vor Überschreitungen warnt.

Typ 4: Abo-Aufpasser

Dein Hauptproblem sind die laufenden Verträge: Streaming-Dienste, Software, Apps, Versicherungen. Du willst pro Vertrag wissen, was du zahlst, wann gekündigt werden kann und wo Sparpotenzial liegt.

Die meisten Nutzer sind Mischungen aus mehreren Typen. Aber wenn du einen Schwerpunkt hast, kannst du die App-Auswahl darauf zuschneiden.

Schreibtisch von oben mit vier Bereichen: Belege, Bankkarte, Notizblock mit Budget-Zahlen, Smartphone mit Abo-Liste
Vier Anwendertypen, vier Sammelstellen auf dem Schreibtisch. Welche passt am ehesten zu deinem Alltag?

Die fünf Apps im 30-Tage-Test

Ich habe jede App 30 Tage parallel benutzt, mit denselben Belegen und Kontobewegungen aus dem Alltag. Was funktioniert, was nicht.

Vergleichstabelle

KriteriumFinanzguruYNABMonefyOutbankwimm.cash
Preis (Basis)kostenlos14,99 USD/Mo (34 Tage Test)kostenlos3,99 EUR/Mo (14 Tage Test)kostenlos
Premium-VariantePlus 2,99 EUR/Mo, Premium 6,99 EUR/Mo109 USD/Jahr41,99 EUR/Jahr (Abo)39,99 EUR/JahrCHF 7,99/Mo bzw. CHF 79,99/Jahr
Bank-Anbindungja (3.000+ Banken)teilweise (automatischer Bank-Abgleich in der EU seit 2025, eingeschränkt)neinja (4.500+ Banken)teilweise (CSV/PDF-Import in Pro)
Beleg-Foto-Erkennungneinneinneinneinja
Automatische Kategorisierungjateilweiseneinjaja (Sprachmodell)
Abo-Erfassungjateilweiseneinteilweiseja
Budget-Methodeneinjateilweiseneinja (Budgets, Sparziele, KI-Empfehlungen)
Steuer-Export und Vorbereitungneinneinneinneinja (in Pro)
KI-Auswertungenteilweise (Verträge)neinneinneinja
DSGVO-SitzDeutschland (Frankfurt)USADänemark (Entwickler)Deutschland (Vilshofen a. d. Donau)Schweiz
Lokale Datenhaltungnein (DE-Server)neinja (Gerät)ja (Gerät)ja (SQLite, Cloud-Backup optional)
Ohne Internet nutzbarteilweiseneinjajateilweise (Daten ja, Erkennung nur online)

Die Apps im Detail

Finanzguru: der DACH-Marktführer mit Bank-Fokus

Finanzguru kommt aus Frankfurt, hat über 3.000 deutsche Banken via PSD2 angebunden und ist als Multibanking-App der ungekrönte Marktführer im DACH-Raum. Die Stärke ist die automatische Vertragserkennung: wenn Spotify, Netflix und der Stromanbieter regelmäßig abbuchen, sieht Finanzguru das nach wenigen Wochen und zeigt dir eine Vertrags-Übersicht. Die TÜV-Prüfung und BaFin-Zulassung mit AISP- und PISP-Lizenz schaffen das Vertrauen, das du für Bank-Zugriffsdaten brauchst. Daten liegen auf deutschen Servern.

Drei Stufen: Basis kostenlos (Bankanbindung, einfache Erfassung), Plus für 2,99 Euro pro Monat (unbegrenzte Auswertungen, individuelle Budgets, Excel-Export), und Premium für 6,99 Euro pro Monat mit weiteren Funktionen. Plus und Premium sind 7 Tage kostenlos testbar und monatlich kündbar.

Die Schwäche: Belege spielen praktisch keine Rolle. Wenn du am Restaurant einen Bon scannen willst, geht das nicht. Finanzguru zeigt dir die Buchung deiner Bank ("Kartenzahlung Cafe Sant"), aber die einzelnen Positionen kennt es nicht. Für Werbungskosten, Eigenbelege und Steuererklärung-Vorbereitung ist das ungeeignet.

Passt für Typ 2 und Typ 4.

YNAB: die Methode, nicht nur die App

YNAB ("You Need A Budget") ist eine Budget-Philosophie, die in eine App gegossen wurde. Die Grundidee: du weist jedem Euro vor dem Ausgeben eine Kategorie zu, "Give every dollar a job". Das funktioniert, wenn du diszipliniert dran bleibst, ist aber eine echte Lernkurve.

Die App kostet 14,99 USD pro Monat oder 109 USD pro Jahr. Es gibt eine 34-tägige Testphase, danach ist nur die kostenpflichtige Variante verfügbar. Seit Februar 2025 bietet YNAB auch in Europa einen automatischen Bank-Abgleich (in der App "Direct Import" genannt), allerdings ist die Liste der unterstützten Banken eingeschränkt. N26, DKB, regionale Sparkassen und viele andere deutsche Banken werden laut Nutzer-Berichten nicht zuverlässig angeschlossen. Viele deutsche Nutzer enden bei manuellen CSV-Exporten aus dem Online-Banking oder kostenpflichtigen Zusatzdiensten wie "Sync for YNAB". Die App ist primär englischsprachig.

Stärke: keine andere App zwingt dich so konsequent zur proaktiven Budget-Planung. Schwäche: Preis, Lernkurve, unzuverlässiges DACH-Banking, kein Beleg-Fokus.

YNAB-Budget-Übersicht auf dem iPhone mit Kategorien, zugewiesenen Beträgen und farbig markierten Über- und Unterschreitungen
Die YNAB-Budget-Übersicht zeigt jede Kategorie mit zugewiesenem Betrag und tatsächlichen Ausgaben. Jede Abweichung ist sofort sichtbar, jeder Euro hat eine Aufgabe.

Passt für Typ 3, wenn du bereit bist, die Methode zu lernen und englisch nicht stört.

Monefy: simpel, schnell, ohne Anspruch

Monefy ist das Gegenmodell zu YNAB. Eine sehr einfache Oberfläche mit großen Schaltflächen, keine Registrierung, keine Bankdaten, keine Cloud. Du tippst manuell jede Ausgabe ein, ordnest sie einer Kategorie zu, fertig. Die App wird von Reflective Technologies ApS aus Dänemark herausgegeben, Daten liegen primär lokal auf dem Gerät.

Eine kostenlose Version mit Grundfunktionen, plus ein "Monefy Premium"-Abo über den deutschen App Store, das aktuell mit 41,99 Euro pro Jahr gelistet ist. Premium schaltet Passwort-Schutz, Dropbox-Synchronisation, eigene Kategorien, Symbol-Anpassungen und einen dunklen Modus frei.

Stärke: lokal auf dem Gerät, geringer Datenschutz-Aufwand, sofort einsatzbereit. Schwäche: alles manuell, kein Automatismus, keine Auswertungen auf dem Niveau der größeren Apps. Hinweis: in älteren Quellen wird Monefy oft als Einmalkauf-App beschrieben, das Geschäftsmodell ist mittlerweile auf Abo umgestellt.

Passt für Typ 1 oder 4 in der einfachsten Form, wenn du keine automatische Erfassung willst und mit drei bis fünf Buchungen pro Tag auskommst.

Outbank: Multi-Banking mit lokaler Datenhaltung

Outbank wird von der Outbank GmbH aus Vilshofen an der Donau in Bayern entwickelt, einer Tochter der FP Finanzpartner AG. Die App ist Finanzgurus direkter Konkurrent im Multi-Banking, mit über 4.500 unterstützten Banken und Finanzinstituten. Der Unterschied zum Marktführer: Outbank speichert deine Bankdaten lokal auf dem Gerät, nicht auf einem Server. Die Daten sind per AES verschlüsselt, werden nicht an Dritte weitergegeben. Wer maximalen Datenschutz will und der "deutsche Server"-Garantie von Finanzguru noch misstraut, nimmt Outbank.

Preis: 3,99 Euro pro Monat oder 39,99 Euro pro Jahr, mit 14 Tagen Testphase. Keine kostenlose Vollversion. Internationale Banken werden besser unterstützt als bei Finanzguru, dafür ist die Vertragserkennung weniger ausgereift.

Passt für Typ 2, wenn Datenschutz im Vordergrund steht.

wimm.cash: Belege per Foto plus mehrere Finanz-Funktionen

wimm.cash ist mein eigenes Produkt, daher kommen die Punkte hier mit einer ehrlichen Liste der Schwächen. Im Kern fotografierst du jeden Beleg, der Server liest Datum, Händler und Betrag per Sprachmodell aus, ordnet automatisch eine Kategorie zu. Bei Mischkauf-Belegen kannst du einzelne Positionen aufteilen und unterschiedlich kategorisieren.

Drumherum sind mehrere Funktionen gebaut, die ich anfangs nicht mitgedacht hatte und die mich überrascht haben, wie oft ich sie selber nutze. Die wichtigste ist die Budget-Verwaltung: du legst pro Kategorie ein Budget fest, die App schlägt dir auf Basis deiner bisherigen Ausgaben eine KI-gestützte Aufteilung vor und sieht bei jedem neuen Beleg in Echtzeit nach, wo du gerade stehst. Auf dem Ergebnis-Bildschirm nach einem Scan steht direkt unter dem Betrag das verbleibende Budget der entsprechenden Kategorie. Dieser kleine tägliche Erinnerer ersetzt die "Budget vorab planen"-Disziplin, die YNAB voraussetzt.

Dazu kommen: Sparziele mit Fortschritts-Anzeige, automatische Erkennung wiederkehrender Abbuchungen, KI-Auswertungen zu deinen Ausgabe-Mustern, Steuer-Vorbereitung mit eigenem Export, Import von Kontoauszügen als CSV oder PDF (in Pro), und das Aufteilen einer Restaurant-Rechnung auf mehrere Personen. Daten liegen primär lokal auf dem Gerät, eine Sicherung in der Cloud ist optional.

Die kostenlose Version umfasst 30 Belegerkennungen pro Monat. Pro kostet CHF 7,99 pro Monat oder CHF 79,99 pro Jahr und schaltet 500 Erkennungen pro Monat, unbegrenzte Smart-Regeln, Steuerverwaltung mit Export, Kontoauszugs-Import und weitere Auswertungen frei. Eine Business-Variante für Teams und Selbstständige (CHF 14,99 pro Monat oder CHF 149,99 pro Jahr) ist auf der Warteliste, dort kommen unter anderem DATEV-Export, Kilometergeld-Erfassung und Mehrbenutzer-Modus dazu. Apple rechnet die CHF-Preise im deutschen App Store automatisch in Euro um. Je nach Wechselkurs zahlst du als deutscher Nutzer aktuell ungefähr 8,40 Euro pro Monat im Pro-Tarif.

Die Schwächen: keine direkte Verbindung zum Bankkonto über PSD2 (Bankdaten kommen nur über die manuell heruntergeladene Datei), DATEV-Export noch nicht in der Pro-Variante, die Belegerkennung braucht Internet. Wer nur Konto-Umsätze in Echtzeit verfolgen will und keine Belege fotografiert, ist mit Finanzguru oder Outbank besser bedient.

Passt für Typ 1 als Kern und deckt Typ 3 (Budgets und Sparziele mit KI-Aufteilung) und Typ 4 (automatische Abo-Erkennung) substanziell mit ab.

Excel oder Numbers als Vergleichsmaß

Eine Tabelle in Excel oder Numbers ist die klassische Methode und für viele Nutzer der Einstieg. Kostenlos, lokal, voller Datenkontrolle. Der Preis: täglich manuell eintippen, keine Foto-Erfassung, keine Bank-Anbindung. Wer die Disziplin aufbringt, bekommt damit die flexibelste Lösung. Realistisch geben die meisten nach vier bis sechs Wochen auf, weil der tägliche Aufwand zu hoch wird.

Mein eigener Excel-Versuch endete Anfang 2023 nach genau fünf Wochen. Ich hatte eine schöne Vorlage gebaut, mit Kategorien, Monatsauswertung und einem Mini-Dashboard. Bis Mitte Februar war ich diszipliniert, dann kam eine Geschäftsreise mit gestapelten Belegen, ich verlor eine Woche, und ab da war die Tabelle ein schlechtes Gewissen statt ein Werkzeug. Drei Monate später habe ich sie gelöscht.

Geschlossenes MacBook auf einem unaufgeräumten Schreibtisch, daneben kalter Kaffee und ein zerknittertes Notizpapier
Die meisten Excel-Haushaltsbücher sterben zwischen Woche vier und sechs. Aus Werkzeug wird schlechtes Gewissen.

Wenn du Excel ernsthaft führst und durchziehst: du brauchst keine App. Wenn du es schon zweimal probiert und aufgegeben hast: such dir eine App mit Automatismus.

Was iPhone-Nutzer wirklich brauchen

Drei Punkte, die im Vergleich zu wenig Beachtung finden und mehr Aufmerksamkeit verdienen.

1. DSGVO-Sitz und Datenhaltung sind nicht egal

Eine Haushaltsbuch-App sieht jede deiner Ausgaben. Wenn die App US-basiert ist und keine EU-DSGVO-Garantien gibt (siehe YNAB), sind deine Daten unter Umständen US-Behörden zugänglich. Apps mit lokaler Speicherung (Monefy, Outbank) oder ausschließlich DE/EU-Servern (Finanzguru, wimm.cash auf EU-Servern in der Schweiz) sind die sicherere Wahl.

2. Bank-Anbindung ist nicht für jeden ein Vorteil

Bank-Anbindung klingt nach maximalem Komfort und ist es in vielen Aspekten auch. Aber sie hat zwei Nachteile, die in den meisten Vergleichen untergehen.

Erstens, fehlende Detailtiefe. Eine Bank-Buchung sieht so aus: "Edeka 38,47 €". Du weißt, wo und wann du eingekauft hast, aber nicht ob das Lebensmittel waren oder ein Geburtstagsgeschenk. Wer Werbungskosten oder Geschäftsausgaben aus Privatkäufen separieren will, braucht zusätzlich den Beleg.

Zweitens, fehlendes Bewusstsein. Bei Bank-Anbindung passiert die Erfassung unsichtbar im Hintergrund. Ich habe einen Monat lang Finanzguru als einzige Erfassungs-App benutzt. Am Ende wusste ich für jeden Tag, wie viel ich ausgegeben habe, aber nicht wofür konkret. Beim Beleg-Foto ist das anders: weil du jeden Beleg kurz in die Hand nimmst, siehst du auch die einzelnen Positionen, und es zwingt zur kurzen Reflexion. Diese kleine Reibung ist kein Mangel, sondern das eigentliche Werkzeug.

Hinzu kommt die Privatsphäre: PSD2 ist sicher, aber die App sieht trotzdem jeden Cent, der dein Konto verlässt. Wer nicht alle Ausgaben in einer App haben will, entscheidet sich bewusst für eine App ohne Bank-Zugriff.

3. Abos erfassen geht auf drei Arten

Über die Bank-Anbindung (Finanzguru, Outbank): erkennt wiederkehrende Abbuchungen automatisch. Sehr bequem, aber nur das was über die hinterlegten Konten läuft. Streaming-Abos über Familie, Apple-Abos über iCloud-Familie oder PayPal-Verträge gehen ohne weiteres unter.

Über Beleg-Foto und Frequenz-Erkennung (wimm.cash): jeder Beleg landet in einer Datenbank, die App erkennt anhand von Händler und Frequenz, dass aus drei monatlichen Spotify-Quittungen ein Abo wird. Vorteil: erfasst auch Bar-Käufe und nicht-Bankgebundene Verträge, vorausgesetzt du fotografierst sie. Nachteil: das Abo ist erst nach zwei bis drei Zyklen sichtbar.

Manuelles Erfassen (Monefy, Excel): du trägst neue Abos selbst ein. Mehr Aufwand, dafür 100 Prozent Vollständigkeit, weil du selbst weißt was du gerade abonniert hast.

Drei Fehler bei der App-Wahl

Fehler 1: Die App nach Bewertungen wählen, nicht nach Anwendungsfall

App-Store-Bewertungen sagen dir wie zufrieden andere Nutzer sind, aber nicht ob die App zu deinem Anwendungsfall passt. YNAB hat hervorragende Bewertungen, ist aber für einen reinen Belegerfasser-Nutzer komplett falsch. Erst Anwendungsfall klären, dann Apps filtern.

Fehler 2: Kostenlose Variante ohne Probefrist annehmen

"Kostenlos" heißt nicht zwingend "ausreichend". Bei Finanzguru ist die kostenlose Variante umfangreich, bei vielen anderen ein Lockmittel mit knappen Funktionen. Vor dem Bezahlen mindestens zwei Wochen testen, ob du die kostenpflichtigen Funktionen wirklich brauchst.

Fehler 3: Datenschutz-Sitz ignorieren

Die meisten Vergleichs-Beiträge erwähnen das nicht, aber bei Finanzdaten ist es relevant. Schau in der App-Beschreibung oder im Impressum nach, wo der Anbieter sitzt und wo die Daten gehostet sind. EU-Sitz mit DSGVO-Konformität ist das Minimum, lokale Speicherung das Maximum.

FAQ

Welche App ist die beste für die deutsche Steuererklärung?

Wenn Belege im Vordergrund stehen: eine Foto-App wie wimm.cash, weil du die Bons direkt scannst und sie GoBD-konform digital speicherst (siehe Belege scannen am iPhone für die Details zur Belegvorhaltepflicht). Wenn nur Pauschbeträge und Kontoauszüge reichen: Finanzguru exportiert dir die Buchungen.

Brauche ich eine App mit Bank-Anbindung?

Nur wenn du den Geldfluss über mehrere Konten hinweg sehen willst, ohne jede Buchung manuell zu erfassen. Wenn du nur Bargeld-Ausgaben, Restaurantbelege und Quittungen festhalten willst, ist Bank-Anbindung nicht nötig.

Sind meine Daten bei einer Haushaltsbuch-App sicher?

Bei seriösen Anbietern mit EU-Sitz, PSD2-Konformität und verschlüsselter Übertragung ja. Wichtig: keine Speicherung von Bankdaten in einer US-Cloud ohne ausdrückliche Garantie, keine Apps unbekannter Anbieter aus Drittländern.

Lohnt sich Premium oder reicht die kostenlose Variante?

Finanzguru in der Gratis-Version deckt für die meisten Privatnutzer alles ab. wimm.cash gratis reicht für 30 Belege pro Monat, was für gelegentliche Nutzer ausreicht. Outbank und YNAB haben keine kostenlose Variante, da ist das Probe-Abo der einzige Weg, vor Kosten zu testen.

Was wenn ich mehrere Apps gleichzeitig nutze?

Funktioniert, ist aber doppelte Arbeit und führt zu inkonsistenten Daten. Empfehlung: maximal zwei Apps, eine als Haupt-Erfassung und eine ergänzend (etwa Finanzguru für die Konto-Übersicht plus wimm.cash für Belege). Bei einer App bleiben ist sauberer.

Was ist mit Apple Numbers oder Excel?

Funktioniert nur, wenn du wirklich täglich diszipliniert eintippst. Die meisten Excel-Haushaltsbücher sterben nach vier bis sechs Wochen. Wenn du es einmal probiert hast und es nicht durchgezogen hast: keine zweite Tabelle, sondern eine App mit Automatismus nehmen.

Wie lange dauert die Umstellung von Excel auf eine App?

Bei guter Pflege etwa zwei Wochen Eingewöhnung. Bei einer Foto-App schneller, weil der einzige tägliche Aufwand das Foto am Tisch ist. Bei einer Bank-Anbindung etwas länger, weil du erst alle Konten verbinden und Kategorien einmal einlernen musst.

Was du jetzt tun kannst

Wenn du eine App suchst und keine eindeutige Wahl hast, gehst du so vor:

  1. Anwendungsfall klären. Bist du Typ 1 (Belege), 2 (Bank), 3 (Budget) oder 4 (Abos)? Wenn Misch: was ist die dominante Motivation?

  2. Eine App pro Anwendungsfall testen. Eine ist genug. Wer parallel drei Apps testet, bricht meist alle drei ab. Setz dir eine 30-Tage-Probefrist und führ sie konsequent.

  3. Nach 30 Tagen bewerten. Hast du wirklich täglich erfasst, oder hast du nach Tag 10 aufgegeben? Wenn ja: liegt's an der App oder passen App und Anwendungsfall nicht zusammen? Erst dann zur nächsten App wechseln.

  4. Bei steuerlichen Fragen. Wer Werbungskosten geltend machen will, sollte ohnehin den Beleg-Ablauf aus dem Pilot-Beitrag lesen. Eine reine Bank-App ersetzt das nicht.

Wenn du Belege im Mittelpunkt hast

wimm.cash macht in diesem Vergleich nur eine Aufgabe richtig gut: Belege fotografieren, automatisch auslesen, kategorisieren, für die Steuererklärung exportieren. Bei allen anderen Anwendungsfällen (Bank, Budget-Methode) sind andere Apps besser geeignet.

Was die App Stand 2026-05 kann: Foto-Erfassung mit Sprachmodell-Erkennung, automatische Kategorisierung auch bei neuen Händlern, Aufteilen einzelner Positionen, Smart-Regeln als Korrektur-Mechanismus, Budgets mit KI-gestützter Aufteilung und Live-Anzeige des verbleibenden Budgets auf dem Ergebnis-Bildschirm nach jedem Scan, Sparziele, automatische Erkennung wiederkehrender Abbuchungen für Abos, KI-Auswertungen zu Ausgabe-Mustern, Steuer-Vorbereitung mit Export, Import von Kontoauszügen als CSV/PDF (in Pro), Aufteilen einer Rechnung mit Freunden. Daten primär lokal auf dem Gerät.

Kostenlose Variante mit 30 Erkennungen pro Monat, Pro für CHF 7,99 pro Monat (im deutschen App Store ungefähr 8,40 Euro nach Apples Umrechnung) oder CHF 79,99 im Jahr.

Was die App nicht kann: direkte Anbindung an dein Bankkonto über PSD2, DATEV-Export (in der kommenden Business-Variante geplant), die Erkennung selbst läuft nur mit Internet-Verbindung.

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Sascha Jonas

Lebt seit 2021 in der Schweiz, arbeitet als Tech Product Owner bei Allianz Suisse und baut Where's my money als Solo-Founder. Schreibt über Belege, persönliche Finanzen und DACH-Steuerfragen, meist aus eigener Erfahrung als ehemaliger Fintech-CTO.

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